Wie können wir unsere Wärmeversorgung künftig nachhaltig, bezahlbar und zukunftssicher gestalten? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Kommunen Lauffen am Neckar, Nordheim, Flein, Talheim und Neckarwestheim gemeinsam im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung. Um die Chancen, Herausforderungen und möglichen Wege der Wärmewende vor Ort zu untersuchen, haben sich die fünf Kommunen zu einem sogenannten „Wärmeplanungs-Konvoi“ zusammengeschlossen.
Am Mittwoch, 15. Juli 2026, von 19:00 bis 20:30 Uhr laden wir Sie herzlich zu einer digitalen Bürgerinformationsveranstaltung ein. Dort stellen wir die bisherigen Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung vor, geben einen Ausblick auf die nächsten Schritte und beantworten Ihre Fragen.
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren und sich aktiv in die Diskussion über die zukünftige Wärmeversorgung in Flein einzubringen.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Zugangslink: https://bit.ly/Bürgerinfo-Konvoi-Lauffen
Für Bürger, die keinen Internetzugang haben und an der Veranstaltung teilnehmen möchten, stellt die Gemeinde Talheim einen Raum zur Verfügung. Dort wird die Veranstaltung live übertragen:
Musikpavillon
In den Hofwiesen 15/1
74388 Talheim
Parkplätze stehen am Rathausplatz und in der Bachstraße zur Verfügung.
Kernergebnisse des Fachgutachtens zur kommunalen Wärmeplanung in Flein
1. Wärmeverbrauch nach Sektoren
Die Analyse des Wärmeverbrauchs in Flein zeigt eine klare Verteilung zwischen den verschiedenen Sektoren. Der größte Anteil entfällt auf den Sektor privates Wohnen, der etwa 87 % des gesamten Wärmeverbrauchs ausmacht. Der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) sowie Industrie trägt etwa 8 % zum Wärmeverbrauch bei. Öffentliche Gebäude verursachen rund 4 % des gesamten Wärmeverbrauchs.

2. Wärmeverbrauch nach Energieträgern
Die Auswertung der Daten von Energieversorgern und Schornsteinfegern zeigt, dass die Wärmeversorgung in Flein überwiegend (rund 90 %) auf fossilen Energieträgern basiert.
- Erdgas: ca. 52 %
- Heizöl: ca. 37 %
- Biomasse: ca. 7%
- Sonstige Energieträger (inkl. Strom): restlicher Anteil

3. Baualtersklassen der Gebäude
Die Analyse des Gebäudealters zeigt, dass ein Großteil der Gebäude in Flein vor 1979 gebaut wurde. Insgesamt wurden etwa 73% der Gebäude vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Da Gebäude aus dieser Zeit häufig über eine geringe Wärmedämmung verfügen, besteht ein hohes Potenzial zur Verbesserung der Energieeffizienz durch energetische Sanierungen.

4. Alter der Heizungsanlagen
Die Daten der Schornsteinfeger zeigen, dass das durchschnittliche Alter der Heizungsanlagen in Flein etwa 19 Jahre beträgt.
- Rund 41 % der Heizkessel sind 20 Jahre alt oder älter.
- Viele dieser Anlagen müssen in den kommenden Jahren ersetzt werden.
- Nach Empfehlungen gilt eine fossile Heizungsanlage ab 15 bis 20 Jahren als modernisierungsbedürftig. Anlagen dieses Alters entsprechen häufig nicht mehr dem aktuellen technischen Stand.

5. Einsparpotenziale durch Gebäudesanierung
Die energetische Sanierung des Gebäudebestands bietet erhebliche Einsparpotenziale. In einer Simulation wurde angenommen, dass alle Wohngebäude umfassend saniert und mit modernen Heizsystemen ausgestattet werden.
Das maximale Einsparpotenzial beträgt:
- 47 % Reduktion des Wärmebedarfs entspricht etwa 27 GWh pro Jahr
Dies zeigt, dass die Sanierung bestehender Gebäude eine zentrale Maßnahme zur Reduktion des Energieverbrauchs darstellt.

6. Entwicklungsszenarien 2040
Durch die energetische Sanierung bestehender Gebäude mit Fokus auf dem Wohnbereich kann der zukünftige Wärmeverbrauch gesenkt werden. Gleichzeitig soll der Einsatz fossiler Energieträger wie Öl und Gas durch den verstärkten Umstieg auf Wärmepumpen und andere erneuerbare Wärmetechnologien schrittweise reduziert werden. Auf diese Weise kann die Wärmeversorgung der Kommune bis zum Jahr 2040 klimaneutral gestaltet werden.




